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Rotary Magazin Juni 2012

Die Prinzipien des gemeinsamen Handelns

Was motiviert uns eigentlich wirklich?

Seit Anfang der 90iger Jahre studiere und analysiere ich gruppendynamische Prozesse und Phänomene. Was passiert da eigentlich mit uns Menschen? Und kann man das irgendwie steuern? Warum ist die Einführung neuer Management-Methoden so schwierig, selbst dann wenn der Nutzen, auch für Kritiker, unbestreitbar ist? Warum wird ein Veränderungsprozess nur zögerlich oder gar nicht in Angriff genommen, obwohl er, für alle sichtbar, dringend notwendig wäre? Oder warum passiert ein Fehler immer wieder, oftmals sogar an der selben Stelle, auch wenn mehrfach darüber diskutiert, zumindest darauf hingewiesen wurde?

Im Mannschaftssport sind nicht minder rätselhafte Phänomene zu beobachten. Wie kann es sein, dass eine Fußballmannschaft ganz plötzlich, scheinbar ohne ersichtlichen Grund, mitten in einem Spiel, von einer Sekunde auf die andere, nicht mehr spielen kann? Was geht da vor sich? Lassen sich aus diesen Beobachtungen Prinzipien extrahieren die lern-, lehr-, und lebbar sind? Natürlich haben auch wir zunächst ausgeklügelte Motivations- programme entwickelt, um Menschen zu bewegen, die Dinge nicht nur zu tun, sondern so zu tun, wie sie vernünftigerweise am besten getan werden sollten. Aber das mit der Vernunft ist so eine Sache. Das, was uns ins Handeln bringt oder davon abhält, ist durchweg emotionaler Natur.

Gelingende Beziehungen und Kooperation

Dies ist sozusagen der Hauptschlüssel für unser Wohlbefinden. Aus der Sicht unseres Gehirns ist es genau das, was wir ein Leben lang suchen und anstreben. Die Hirnforschung hat dies eindrucksvoll bestätigt.

Auch dass wir ein genetisches Programm für Teamarbeit von der Evolution mit bekommen haben, das wir im Bedarfsfalle nur aktivieren müssen, ist bekannt. Warum also nicht an dem ansetzen, was wir aus tiefstem Menschsein sowieso wollen. Das, was wir aus unserem genetischen Wissen in unser tägliches Leben einbringen können, sind:
die Prinzipien des gemeinsamen Handelns

Die Qualität des gemeinsamen Handelns hat immensen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen und Organisationen.

Die Qualität des gemeinsamen Handelns hat immensen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen und Organisationen. Konfliktäre Strukturen, unproduktive Prozesse, energieraubende Revierkämpfe, unerkannte, oft unbenannte Ängste, ungenutzte Potentiale, verschwendete Ressourcen, operative Hektik, permanente Zeitnot. All dies kann mit der Verbesserung der Qualität des gemeinsamen Handelns an der Wurzel gepackt werden. Auch das so genannte "Burnout Syndrom" gehört natürlich dazu.
Die erfolgreichste aller Handlungsmaximen: "Das Beste im Andern zu sehen, lockt das Beste aus ihm und einem selbst hervor"

Zugegeben das klingt ziemlich pastoral, ist aber die erfolgreichste "Methode", um gelingende Beziehungen und Kooperationen zu realisieren. Spätestens dann, wenn Sie dieses Statement dem Sinne nach umkehren, stellen Sie fest, dass es stimmig ist. Man muss es nur stetig und konsequent anwenden und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen, irgendwie, irgendwann wird es Teil des eigenen Denkens und Handelns.

Einige ausgesuchte anwendbare Prinzipien
Anerkennung, Wertschätzung, Ermutigung

Alle Motivation entsteht im Belohnungssystem unseres Gehirns. Die Nahrung dafür sind die oben genannten "Zauberwörter". Auch die von uns entwickelte "Streitberg-Pädagogik," arbeitet auf diese Weise und hat spektakuläre Erfolge damit.

Potentiale aufspüren, bestätigen und bündeln

Das lässt sich in einer Gruppe weit besser realisieren als individuell, bei jedem Einzelnen. Wir sind Gruppenwesen. Alle müssen die Potentiale sehen und von einander wissen und bestätigt bekommen. So entstehen Hochleistungsteams ohne auszubrennen.

Vertrauen über Kontrollen stellen

Vertrauen, als Vorschussvertrauen, als Investition ins gemeinsame Handeln. Nicht das Vertrauen, das über längere Zeiträume erst erwächst. Vertrauen senkt den Kontrollaufwand immens, stabilisiert und beschleunigt das gemeinsame Handeln. Fehlerquellen werden leichter und schneller gefunden.

Einbeziehung

Ein angstfreies Klima und großzügige Gestaltungsräume wecken die Selbstorganisationskräfte, die genetisch in uns verankert sind. So entsteht auch die oft vermisste Kreativität und Leistungsfreude.

Auseinandersetzungskultur

Der Weg vom Gegeneinander zum Miteinander führt durch den Konflikt hindurch und nicht daran vorbei. 90% aller Konflikte entstehen aus Missverständnissen, die nicht erkannt oder nicht aufgeklärt werden. Wer Missverständnisse konsequent aufspürt und Klarheit herstellt, entzieht Konflikten den Nährboten. Vorsatz und Böswilligkeit sind weitaus seltener als angenommen.

Emotionen nicht bewerten

und auch keine Begründungen voneinander dafür verlangen. Emotionen kommen oft einfach so "angeflogen", scheinbar ohne Anlass, sozusagen "grundlos". Nicht selten führt erst die Begründungsnot zum Konflikt. "wie kannst Du Dich denn wegen solch einer Kleinigkeit derartig aufregen?" Tja, wie kannst Du nur?

Gegenseitige Akzeptanz

Das hat schon Eric Burne in seinem Buch: "Du bist OK, ich bin OK" vor Jahren postuliert. Gegenseitig eingeforderte Verhaltensänderungen sind zwar weit verbreitet, in der Umsetzung aber, selbst bei gutem Willen, leider langwierig und schwierig. " Na gut, fang Du mal an " Gegenseitige Akzeptanz greift erstaunlich schnell und wird mit dem Gebrauch immer einfacher.

Zeit miteinander verbringen

"Wir haben keine Zeit, zumindest nicht dafür." Nun dann wird es bleiben, wie es ist. Positive Bindung, sich aufeinander verlassen können, die Potentiale von einander kennen, all das benötigt gemeinsame Zeit. Gestaltete, konstruktive, produktive Zeit. So wächst man zusammen. So entstehen Winner Teams.

Der Weg zum Hochleistungsteam

Das Anderssein des Anderen als Kreativquelle verstehen und nicht als Störung. Die Installation eines individualfähigen Teams ist einfacher als die permanente Suche nach den teamfähigen Individuen. Konflikte dort bearbeiten wo die emotionale Beteiligung spürbar ist. Keine endlosen Debatten über Schuldfragen führen, sondern das, zumeist unentdeckte Missverständnis, aufspüren und Klarheit herstellen.

Wettbewerb

Alle Kinder lieben Wettbewerb. Vorausgesetzt er erzeugt nicht zu viele Verlierer. Und vor allem nicht immer dieselben. Kinder haben ein ausgeprägtes, natürliches Gerechtigkeitsgefühl. Sportiver Wettbewerb auf der Basis von Anerkennung, Wertschätzung und Ermutigung ist energetisch, macht Spaß und erzeugt "Flow" (siehe, Streitberg-Blickpunkt Nr. 4). Gruppenflow ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Winner-Teams, in welcher Branche auch immer.

Anerkennung versus Kritik

Es gibt eine einfach Regel: Anerkennung zur Person und Kritik zur Sache. Klingt einfach, ist es aber nicht. Man kann es lernen. Und: Anerkennung nur öffentlich aussprechen. Kritik unter vier Augen. Auch nicht immer leicht. Kritik wird dann möglich, wenn die Person unbeschadet bleibt. Bevor ich etwas sage, frage ich mich: Ist es wahr? Ist es notwendig? Und kann ich das mit Respekt vortragen? Nicht unähnlich dem Rotary-Codex, wie sollte es auch anders sein?

Zum guten Schluss

Natürlich gibt es noch eine ganze Menge mehr zu diesem spannenden Themenkomplex zu sagen. In meinen Büchern "Mut zum Vertrauen" (96, Campus) und "Winner-Teams" (2001 Gabler) finden Sie viel Praxis zum Ausprobieren. Die Bücher können Sie kostenlos downloaden unter www.guk-Streitberg.de Viel Spaß damit und gute Erkenntnisse.
Ihr Freund vom RC Fränkische Schweiz Muggendorf, Werner Bauer

Winner-Teams sind permanent auf Entdeckungsreise, mehren ihr Wissen und ihre Kräfte aus Lust am Erfolg, aus Lust am Gewinnen.